Blog von M. Baecher

auf Schloss Gottlieben

«Auf Schloss Gottlieben wird weiter gesungen», war die Pressemitteilung betitelt, mit der vor bald zwei Jahren bekannt gegeben wurde, dass das einstige Domizil der weltbekannten Opernsängerin Lisa Della Casa an Tatjana und Thomas Huber-Gazdik verkauft worden sei. Und es wird tatsächlich weitergesungen auf Schloss Gottlieben – und wie! Jüngst beim Pocket Opera Revival mit vier Sängerinnen und Sängern auf höchstem Niveau.

Und wie beim Gartenapéro vor gut einem Jahr und bei der (Avant-)Premiere im vergangenen September hat wieder alles zusammengepasst am Samstag, 14. Juni: das äusserst abwechslungsreiche Programm, die hohe künstlerische Qualität, die wunderbare Gastfreundschaft der Familie Huber-Gazdik, das zauberhafte Ambiente, das sommerliche Wetter … Und dass gleichentags in der «Thurgauer Zeitung» (Paywall) und weiteren CH-Media-Blättern eine doppelseitige Reportage über Schloss Gottlieben und seine neuen Besitzer erschienen ist, war wohl mehr glücklicher Zufall als geplante Absicht. Und das Tüpfchen auf dem «i»: Hausherr und Gastgeber Thomas Huber konnte seinen Geburtstag feiern, wozu er mit einer spontanen Einlage vielstimmig beglückwünscht wurde.

«Opernstunde für Geniesser»

Tatjana Gazdik gehörte als junge Sängerin kurz nach ihrer Ausbildung an der Musikakademie Basel einem Pocket-Opera-Pool von Sängerinnen und Sängern an, die an verschiedensten Orten bei unterschiedlichsten Gelegenheiten auftraten. Diese Zeit und dieses Format erlebte bei der «Opernstunde für Geniesser», so die Ankündigung, auf Schloss Gottlieben ein Revival – mit einem sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Programm an Ausschnitten aus Opern vor allem italienischer und französischer Komponisten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Eine Ausnahme machten ein Duett aus der Mozart-Oper «Così fan tutte» oder ein solches aus der Operette «Die lustige Witwe» von Franz Léhar – gar mit kurzer Tanzeinlage. Sängerinnen und Sänger von diesem Format und dieser Ausdruckstärke in diesem so passenden Rahmen aus nächster Nähe erleben zu dürfen, ist ein beglückendes Erlebnis, das lange nachhallt. Sehr einfühlsam am Bösendorfer Flügel begleitet wurden Tatjana Gazdik (Sopran), Judith Lüpold (Mezzosopran), Andreas Jäggi (Tenor) und Claudio Bartoli (Bass) – mal als Solisten, dann wieder im Duett und zum Auftakt und zum Schluss auch im Quartett von der Pianistin Fiorenza Gaudenzi, die zur Mitte des Programms mit Werken von Scarlatti und Debussy für ein musikalischen Zwischen-Feuerwerk sorgte. Wahrlich eine wunderbare «Opernstunde für Geniesser».

Herzlichen Dank abermals an die Familie Huber-Gazdik und alle Beteiligten auf und hinter der «Bühne» im ehemaligen Fürstensaal des Schlosses!

Fotos: M. Baecher