Blog von M. Baecher
…Jahresmotto: «Sei freundlich. Immer.»
35 Jahre gibt es ihn schon, den Gottlieber Neujahrsapéro, zu dem die Politische Gemeinde und der Einwohnerverein (EVG) jeweils gemeinsam einladen. Und jedes Mal ist er wieder etwas anders. Dieses Jahr begrüssten erstmals Bruno Schärer als neuer Gemeindepräsident und Ursula Gerster als neue EVG-Präsidentin die Bevölkerung im Gemeindesaal. Letztere schloss ihr Grusswort mit einem Zitat von Robin Williams, das zum Schluss kommt: «Sei freundlich. Immer.». Das könnte auch das Motto für das neue Jahr sein.
Als erster begrüsste Gemeindepräsident Bruno Schärer die zahlreich erschienenen Gottlieberinnen und Gottlieber. Jede und jeder hätte einen Lebensfilm mit Bildern im Kopf, je älter, desto mehr, meinte er einleitend. Und mit zunehmendem Alter richte sich der Fokus vermehrt auf die Kinder- und Jugendzeit, auf die ersten Wahrnehmungen. Das sei auch beim ältesten Gottlieber so, bei Joseph Franz Müller, der zwar in Bolivien lebt, aber sich stark erinnert an seine glückliche Kindheit in Gottlieben – und aus seiner Verbundenheit mit unserem Dorf die Gemeinde und den Einwohnerverein in den letzten Jahren immer wieder reich beschenkt hat. Er kann am Dienstag, 27. Januar, seinen 100. Geburtstag feiern, was entsprechend begangen werden soll. Jene Zeit, in der der Jubilar seine Kindheit in Gottlieben verbrachte, ist auf einem Bild des Thurgauer Künstlers Anton Bernhardsgrütter festgehalten, das an die Wand projiziert wurde und das den Titel «Das Dorf hinterm Dampfschiff» tragen könnte. Auffallend sei dabei, so der Gemeindepräsident, wie viel Platz in jenen Jahren auf der Seepromenade war, ein Hinweis darauf, dass die Schifffahrt als Transportmittel damals eine grössere Bedeutung hatte als heute.
«Das Dorf hinterm Dampfschiff – Eine Kindheit am Seerhein» ist auch der Titel eines Bandes mit Erzählungen von Walter Vollenweider, der als Jahrgänger (1926) von Jubilar Joseph Franz Müller hier aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Er ist 2016 verstorben. Sein Vater war in Gottlieben Postenchef beim Schweizer Zoll. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Kreuzlingen studierte er Sprachen, Geschichte, Kunstgeschichte und Ethnologie, lebte zeitweise in Paris, London und München und arbeitete als Lehrer und Journalist im Baselbiet.
Dieses Jahr könne aber nicht nur der 100. Geburtstag des ältesten Gottliebers gefeiert werden, meinte Gemeindepräsident weiter, auch die Gemeinde selber habe Grund zum Feiern: nämlich ihr 750jähriges Bestehen. Wir könnten heute zwar darauf anstossen, gefeiert werde aber erst 2028, dannzumal das 777-Jahr-Jubiläum, was auch origineller ist.
«Sei freundlich. Immer.»
Im Rückblick auf das eben vergangene Jahr resümierte EVG-Präsidentin Ursula Gerster, dass in Gottlieben wieder viel und viel Schönes gelaufen sei. Bestes Beispiel dafür: das Adventssingen in der Kirche, bei dem alt und jung mitgewirkt und mit dem alle angesprochen waren. Dies sei Ausdruck einer lebendigen Gemeinschaft in Gottlieben. Es sei ein wertvolles Geschenk, darin leben und wohnen zu dürfen. Im Grossen könnten wir wenig bewegen und bewirken, meinte Ursula Gerster weiter, aber im Kleinen schon, zum Beispiel mit Freundlichkeit und Respekt. Dies werde hier auch gelebt. Und mit Blick auf die Neuzugezogenen, die jeweils persönlich zum Neujahrsapéro eingeladen werden, unterstrich Ursula Gerster, dass es das Ziel des Einwohnervereins sei, eben diese Dorfgemeinschaft zu pflegen – unter anderem mit Veranstaltungen, die die verschiedensten Bedürfnisse ansprechen. In diesem Sinne schloss Ursula Gerster mit dem Zitat des amerikanischen Schauspielers und Komikers Robin Williams: «Jeder, den Du triffst, kämpft einen Kampf, von dem Du nichts weisst. Sei freundlich. Immer.» Dieses Zitat sollte uns als Motto durch das neue Jahr begleiten.
Beim anschliessenden, reich dotierten Apéro wurde uns das leicht gemacht. Da ergaben sich in lockerer Runde interessante Gespräche, neue Begegnungen und freudiges Wiedersehen. Es lebe unsere Dorfgemeinschaft!
Fotos: M. Baecher









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