Blog von M. Baecher mit Kommentar von V. Hellwig
…kündigt das 777-Jahr-Jubiläum an
Es ist schon grossartig, was in gemeinsamer Arbeit alles entstehen kann! Ein höchst eindrückliches Beispiel dafür ist der Märliumzug, der am Sonntag, 6. September, bei Prachtswetter und mit fast 30 Wagen und Gruppen seine rundum geglückte Premiere erlebte. Mit dabei auch der so stimmige Wagen des Einwohnervereins Gottlieben mit dem Motiv «Dornröschen». Wer die Premiere verpasst hat, hat am kommenden Sonntag, 13. September, eine zweite Chance, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Dass Gottlieben beim Tägerwiler Märliumzug mit einem Wagen vertreten ist, hat Tradition – bei der letzten Durchführung vor zwölf Jahren mit einer chinesischen Dschunke, passend zum damaligen Motto «In 80 Tagen um die Welt» nach den Ideen und Plänen des Gottlieber Künstlers Werner Eberli, der mitten in den Vorbereitungen verstarb.
Von der passenden Idee zum stimmigen Wagen
Bei der diesjährigen Durchführung, bei der der Märliumzug das 100-Jahr-Jubiläum feiern kann, lautet das Motto: Evolution. Klassische Märchenfiguren treffen auf moderne Interpretationen– so auch beim Gottlieber Wagen. Veiko Hellwig hatte die passende Idee: Dornröschen, das nach 100 Jahren aus dem Schlaf erwacht. Anlass dazu: Schloss Gottlieben ist mit den neuen Besitzern aus mehr als einem halben Jahrhundert der Abschottung und Erstarrung zu neuem Leben erwacht. Und Veiko Hellwig war nicht nur der Initiator, sondern auch der Organisator und Realisator der Idee. An drei intensiven Arbeitswochenenden hat eine höchst motivierte Truppe von Erwachsenen und Kinder aus Gottlieben den wunderschönen Wagen gebaut, bemalt und verziert, die Kostüme besorgt und genäht, und, und, und … – und beim gemeinsamen Tun viel Schönes erlebt (wir berichteten).
Rotierender Hinweis auf das 777 Jahr-Jubiläum
Und das Resultat kann sich wahrlich sehen lassen, wie sich bei der Premiere zeigte: Das mit viel Liebe zum Detail gestaltete und reich verzierte Schloss Gottlieben (mit seinen 32 Zimmern) wurde witzigerweise ergänzt mit einem Tiny House als Anhängsel. Und begleitet wurde der Wagen von Edelläuten mit ihren Kindern, die alle so prächtig gekleidet und hergerichtet waren, dass sie kaum mehr wiederzuerkennen waren. Kleider machen eben Leute, wie schon Gottfried Keller feststellte.
Und das Tüpfchen auf dem «i»: Mit dem Gottlieber Wagen wurde auch bereits prominent auf das 777-Jahr-Jubiläum von Gottlieben 2028 hingewiesen – unter anderem auch mit dem rotierenden Festlogo! Umgesetzt wurde diese Idee von Veiko Hellwig durch Marius Clad.
Der Märliumzug ist eben von A bis Z eine bewundernswerte Gemeinschaftsleistung – und ein tolles Gemeinschaftserlebnis! Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden aus Gottlieben – allen voran Veiko Hellwig und dem Einwohnerverein, der dies unterstützt hat.
Der Organisator des Gottlieber Beitrags kommt zu Wort:
Es war einmal der Märliumzug 2026
Es war einmal … eine kleine Idee, die immer mehr zu einem grossen gemeinsamen Projekt wurde.
Als Gottlieben am Märliumzug 2026 teilnahm, war für mich schnell klar: Unser Thema sollte etwas mit dem Schloss zu tun haben. Zuerst dachte ich an Rapunzel. Doch beim Beobachten der Gärtner, die die Hecke rund um das Schloss schnitten, kam mir die Idee: Dornröschen!
Die Geschichte passte wunderbar zu unserem Schloss – vom Dunkel ins Helle, vom Schlafen zum Aufwachen. Die Idee wurde von der Gemeinde und dem Einwohnerverein unterstützt, und schon bald begannen die Planung und der Bau.
Mit einem Anhänger und einem Bauplatz im Tägermoos, einer Zeichnung meines Schwiegersohns Sandro und vor allem mit vielen engagierten Helferinnen und Helfern nahm das Schloss langsam Gestalt an.
Besonders schön war zu erleben, wie sich nach und nach ein tolles Team aus «neuen» und schon länger in Gottlieben lebenden Familien zusammenfand. Domenico De Augustino, Marius Clad, Christian Züllig-Baumgartner, Lukas Jäger, Walter Marty, Andreas Lampel und Carsten Hinrichsen sowie ihre Familien packten mit an. Unterstützt wurden wir unter anderem von Claudia, Yvonne, Myrta und vielen weiteren Helferinnen und Helfern.
Ein herzliches Dankeschön geht auch an Kurt und Renate Schär vom OK Märliumzug für die Unterstützung bei den Kostümen und mit Baumaterial, an Tabea für die Rosen, an die Gottlieber Community für den Sound und an alle, die auf irgendeine Weise zum Gelingen beigetragen haben.
Dann war es endlich soweit: Unser Schloss zog, begleitet von einer farbenfrohen Gottlieber Delegation und unserem fast 60 Jahre alten Fiat-Traktor mit Hans Tschümperlin am Steuer, durch Tägerwilen. Mit dabei waren unser Dornröschen Anneke und – als besondere Überraschung – Ondrej Tomcik als Bachelor. Ebenfalls mit viel Zugkraft wurde von Judith und Yvonne das Tiny House durch die Strassen gezogen.
Der Applaus und die vielen fröhlichen Gesichter am Strassenrand waren der schönste Lohn für die vielen Stunden Arbeit.
Auch am zweiten Umzugssonntag war die Begeisterung gross. Carsten Hinrichsen übernahm diesmal die Rolle des Bachelors, Petra und Leni waren neu mit dabei. Es wurde gemeinsam gelacht, gefeiert und auf das gelungene Märchenprojekt angestossen.
Ein ganz grosser Dank gilt dem OK des Märliumzugs und den vielen hundert Helferinnen und Helfern im Vorder- und Hintergrund. Ohne ihren Einsatz wäre dieser wunderbare Anlass nicht möglich gewesen und auch an Martin Biebel, dem wir viele schöne Fotos verdanken.
Am Wochenende danach wurde unser Schloss wieder abgebaut. Ein wenig Wehmut war dabei – aber auch Vorfreude: Denn vielleicht öffnet sich das Tor schon bald wieder.
Zum Dorfjubiläum «777 Jahre Gottlieben» im Jahr 2028 soll unser Schloss ein Comeback feiern.
Und so bleibt die Geschichte vorerst bei:
«Es war einmal der Märliumzug 2026 …»
Eine kleine Idee war zu einem grossen gemeinsamen Erlebnis geworden. Ein Erlebnis, das hoffentlich noch lange in den Köpfen und Herzen aller Beteiligten weiterlebt.
Herzlichen Dank an alle, die dieses Märchen möglich gemacht haben!
Veiko Hellwig
Fotos: M. Baecher, M. Biebel




























